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Samstag, 30. August 2014

Stoffwechsel II: Steckbrief

Frau Siebenhundertsachen und Lotti Katzkowski organisieren zusammen wieder einen Stoffwechsel - und ich kann wieder dabei sein. Ich freu mich! Das letzte Mal wurde ich wunderbar beschenkt und fand es schön und spannend, als die Lose gezogen wurden, die Stoffe ankamen, die genähten Stücke gezeigt wurden...ganz viel "Nähnerdflausch", wie so schön gesagt wurde. 

Den Steckbrief zu schreiben fand ich übrigens unglaublich hilfreich und interessant - es tut immer wieder gut, sich Gedanken über Stoff und Kleidervorlieben zu machen. 




Was nähst du im Herbst/Winter am liebsten für dich?

Röcke und Kleider. Ich bin nicht so erfahren im Herbst/Winternähen, aber mag Herbstkleider und Herbstfarben sehr gerne. Aber: ich bin auch offen für Neues! Ich nähe auch gerne einen Pulli oder warum nicht einmal einen Blazer...


Und wenn wir kurz mal vor allem an Oberteile und Röcke denken, was würdest du da gern nähen? Hast du schon etwas vor Augen? Oder nähst du lieber Hosen oder nur Kleider?

Für Winteroberteile könnte ich mir Langarmshirts vorstellen, einen Blazer oder eine Wickeljacke... Tunikas und Blusen sind heikler, ich habe breite Schultern und da müsste der Schnitt schon gut sein, d.h. taillenbetont. Generell mag ich keine Walle-Oberteile.

Röcke können eng sein oder auch weit und glockig, ich mag beides. Bei Kleidern ebenfalls.Wintertaugliche Röcke sind bei mir bis auf zwei alle einfarbig, da wären Muster gefragt. Ein Hemdkleid steht schon länger auf meiner Nähwunschliste, und für den Herbst/Winter mag ich auch ärmellose Kleider, unter denen Pullis oder über denen Strickjacken getragen werden können. 


Die Glaubensfrage: Webstoff oder Jersey? Oder doch beides?

Beides. Allerdings bin ich bei Jerseys/Sweatstoff heikler bezüglich Mustern. Strickstoff finde ich übrigens auch schön im Winter.


Welches Material vernähst du am liebsten (z.B. Viskose, Baumwolle, Wolle, …) – gegen was hast du eine (starke) Abneigung?

Ich bin tatsächlich gar nicht so anspruchsvoll...mag aber nichts das kratzt oder zu warm ist, weil ich ein Backofen bin. Für Blusen o.ä. mag ich kein zu steifes Material. 

Ich mag NICHT: Samt und Pannesamt *brr*, Stoffe die nicht zumindest 20 ° Wollwaschgang in der Maschine gewaschen werden können (Seide...Spitze finde ich aber toll), Stoffe, an denen sofort jeder Staubfetzen und Katzenhaare kleben bleiben, Neoprenstoffe, Frottee, Denim , Plüsch und so superstretchige Jerseys, aus denen ich mir ausser Radlerhosen gar nichts vorstellen kann. 


Was sind deine Lieblingsfarben, welche stehen dir gut? Welche gehen gar nicht?

Lieblingsfarben: Rot, Gelb, Türkis.

Farben die ich gut tragen kann: Khaki/Schlammgrün, Braun, Schwarz, Violett (von beeren- /auberginefarbenes bis kühles Dunkelviolett), Rot, Dunkelrot, Gelb, Koralle, Fuchsia, (Hell)-Türkis, Petrol, Blau, Weiss  - allgemein eher knallige, satte Farben. Gerade die Herbstfarben sind in meinem Kleiderschrank sehr oft vertreten, ich trage zu dieser Jahreszeit viel braun und aubergine/violett/dunkelrot. 

Farben die ich nicht trage: Eigentlich nur Grau und Lavendellila, die mag ich beide gar nicht. Ansonsten stehen mir knalliges Grün und Orange überhaupt nicht - allgemein Neonfarben - , ebenso sehr pastellige Farben wie rosa, blasses blau oder gelb...in einem Muster stören mich die genannten Farben aber nicht! 


Welche Muster magst du? Groß oder klein? Blumen, Streifen, Punkte? Oder sind Muster vielleicht gar nicht so deins?


Ich mag Muster, es muss aber auch nicht krampfhaft ein gemusterter Stoff sein - ich freue mich auch über einen tollen unifarbenen Stoff. Ich finde es immer wieder schwierig, schöne gemusterte Stoffe zu finden . In meinem Kleiderschrank dominieren unifarbene Stoffe, da dürften ruhig noch ein paar Muster sein. Ich mag sowohl grosse als auch kleine Muster.

Wie so viele mag ich Streifen und Punkte (ich habe aber tatsächlich schon viele gepunktete Kleidungsstücke). Ich liebe Blumenmuster, im Stil von Gudrun Sjödén beispielsweise. Oder immer wieder alles was in die folkloristische und orientalische Richtung geht, das mag ich schon seit Ewigkeiten. Frau Nahtzugabe hast beim letzten Stoffwechsel wunderbar ergänzt: alles was ethno-orientalisch angehaucht ist. Auch die russischen Blumenmuster finde ich schön. Grafische Muster mag ich teilweise auch, 70-Jahre gehen gut, oft sind die Farbkombinationen aber zu abenteuerlich. Ornamente mag ich ebenfalls. Gerade ist mir noch eingefallen, dass ich jeweils die ganzen Blutsgeschwister-Kollektionen haben könnte, die Muster dort sind immer so schön.


Was mir nicht gefällt sind zu bunte grafische Muster (im Miró-Stil oder so, siehe dieses Kunstwerk von Stoffmuster), Fotografiedrucke von Blumen o.ä. sowie allzu kindliche Drucke mit Tieren, Wikingern und Autos etc. (Wobei, Katzen mag ich...), Karos sind mir zu streng, und sehr schräge Farbkombis mag ich auch weniger. 



Was sind die Kleidungsstücke, die dir (in letzter Zeit) in deinen Augen am besten gelungen sind? (Bitte mit Link oder Foto) Sind welche dabei, die du vor allem wegen ihres Stoffes magst?

Ganz weit oben ein letztjähriger Upcycling-Rock (Teil eines Zweiteilers, das Oberteil ist noch nicht umgenäht) . Der Rock passt zu vielen Farben und ist sowohl im Sommer als auch im Winter tragbar, ich mag ihn sehr, auch wenn er äusserst sommerlich ist. 


Bildunterschrift hinzufügen
Und dann mag ich natürlich das Stoffwechselkleid aufgrund des Musters, es ist auch wintertauglich, wenn kombiniert mit Strumpfhosen und Strickjacke oder Pulli drunter. 


Selbstgenähte Röcke gibt es sonst nur alte (mittlerweile aus dem Kleiderschrank verbannte), die ich nicht mehr trage. Einen weiteren "geupcycelten" Rock habe ich auch schon gezeigt, zwei ähnliche aus blauem und rotem Wollstoff sind schon im Kleiderschrank. Einen neuen genäht habe ich erst gerade - er ist zwar uni, aber in einer schönen Farbe, leider ist meine Kamera nicht hier und ich habe nur ein unfertiges Bild:
schrecklich schiefes Knitterbild

Kleider, die ich gerne mag, siehe hier, die Weihnachtskleider, oder das JOOP-Kleid. Das sind alles in allem sehr viele Punkte! Generell habe ich für den Winter viele Jerseykleider im Schrank, meist sind sie aber Uni. Die Muster die ich zeige, sind alle sehr bunt und blumig, das muss natürlich nicht sein - im Herbst passen gedecktere Farben und fragile Muster genauso. 


Dieses Muster auf einem Kleid von Gudrun Sjödén finde ich beispielsweise sehr schön, die Farben sind in echt noch leuchtender
Diesen Tellerrock, den die Oma mir vor sicher bald 10 Jahren genäht hat, mag ich vom Muster her auch sehr...(ein Foto, auf dem ich anständig und still dastehe, gibt es irgendwie nicht - sorry)
hier sieht man es noch ein wenig besser! 

Ebenfalls ein geschenktes Strick-Jacquardkleid- leider ist ja die Kamera weg und ich habe kein besseresFoto! Das Muster ist jedenfalls ein Hingucker.

Wieviel Stoff verbrauchst du ca. für einen Rock, ein Oberteil, ein Kleid? Welche Mindestmenge benötigst du für die Verarbeitung? Oder hast du sogar ein Maximalmaß für Stoff?


Darin bin ich nicht so gut, ich kaufe immer zu viel und schneide dann extrem sparsam zu, meist nicht im Stoffbruch - da reicht der Stoff auch gleich viel besser, ein Meter reicht jedenfalls für einen Rock. Und das kommt ja ganz auf das Kleidungsstück an, ob der Rock eng oder weit werden soll (was ich beides gerne trage!). Mein "Stoffwichtel" darf gerne entscheiden, ob sich ein Stoff eher für einen Teller-, Mini-, Bleistift oder Faltenrock eignet und die Stoffmenge dementsprechend berechnen (vielleicht als Hilfe: ich trage etwa Kleidergrösse 34/36 und bin 1.67 m). Bei Kleidern dasselbe, ich trage durchaus gerne engere Kleider, aber auch solche, die mehr Stoff fressen.


Gibt es sonst noch etwas, das dich als Näh-/Stofftyp in deinen Augen ausmacht?


 Ich würde mich mal als nicht so anspruchs voll beschrieben,  nicht extrem wählerisch bei Stoffen oder Farben (ausser Grau und Lavendellila ;)). Und einen so ganz eindeutigen Stil habe ich nicht, da ich recht vielseitig interessiert bin und in allem Abwechslung brauche, macht sich das auch im Kleiderschrank bemerkbar. Dort gibt es eine Bandbreite von Farben, ich trage gerne sportliche//hippie-gypsy/retro/und auch mal körperbetonte Kleidung...da passt einiges rein. Und ich lasse mich gerne von euren Ideen überraschen!

Jetzt bin ich gespannt, wer hier noch alles seine Steckbriefe postet und natürlich noch mehr, wen ich diesmal bestoffen darf. Vielen lieben Dank an die Organisatorinnen und natürlich an die Mitmachenden!

Mittwoch, 27. August 2014

Märchenfest: Feen-Kostüm



Eine Freundin von mir feierte letztes Wochenende ihren 40sten und organisierte ein grosses Märchenfest (Märchen und Sagen) und ich war in zwei verschiedenen Kostümen dort, das zweite zeige ich, sobald meine Fotokamera aufgetaucht ist. Ich durfte die Schnitzeljagd organisieren und eine Geschichte dazu erzählen - und sollte mich dazu als Fee verkleiden. Das Kostüm, das ich dafür getragen habe, ist ein Kleid aus ganz weicher, leichter Baumwolle, das ich auch schon vor längerer Zeit genäht habe.

Gefüttert ist es mit eisblauem Leinen - alles Stoffe, die ich noch zu Hause hatte. Die Knöpfe sind hässliche alte Knöpfe, die ich mit dem Stoff und Spitze bezogen habe.

Ursprünglich war es als Regency-Kleid gedacht (allerdings ist es nicht historisch), dort habe ich es so getragen:





Und dann am Wochenende kombiniert mit dem bauschigen Tüllunterrock des violetten Ballkleides, damit das Kleid noch etwas kitschiger aussieht. Und mit einem tollen Feenhut und Dekoorganza, weils so kühl war.



Mit Mary Poppins!
Getragen habe ich es sogar einmal an einer mittelalterlichen Hochzeit von Freunden, dort mit dem Gürtel weniger hoch in der Taille. Das hat auch gepasst.

Auch wenn ich es sehr selten trage  - ich liebe dieses Kleid, auch wenn es minimal zu gross ist. Es ist so unglaublich bequem, leicht und auch ein vollgestopfter Festessensbauch passt hinein.

Donnerstag, 14. August 2014

Dirndl oder Tracht

Das einzige Bild sonst vom Kleid - mit Champagner, vor der Vorstellung

Zum dritten und letzten Mal hat die Band des Mannes zusammen mit einer Geschichtenerzählerin und Regisseurin auf Gotland eine wunderbare Abendshow auf die Beine gestellt. Mit viel Musik, Feuer, Tanz und Schauspiel wurde eine Geschichte erzählt (ich kann es nicht schöner ausdrücken) "från djupet av bergens hjärta. Genom storslagen kostym, hänförande musik och eld berättas historien om Bergatrollet från Saltsberg"
Die (erfundene) Sage erzählt die Geschichte eines Liebespaars aus einem kleinen Schweizer Tal. Das Paar darf nicht zusammen sein und so steigt die junge Frau in eine Salzgrube hinab und begegnet dort einem Bergtroll...



Das Kostüm vom Mann habe ich auch genäht (ausser dem Hut), allerdings schon vor längere Zeit bzw. vorletztes Jahr
Hier sieht man die Stickerei am Ausschnitt so einigermassen 


Hier sieht man, wie gross die Ruine ist!
Und hier im Tageslicht, die Ruine in die andere Richtung
Wer kennt den Mantel? Hier am falschen Mann, aber passte auch sehr sehr gut


Nun aber zu dem was für Nähnerds interessant ist:

Der Schnitt ist aus dem Trachtenheft von Burda Style aus 2011, ich habe ihn bereits das letzte Jahr genäht und dann das Kleid vor der Show verloren, was mein bisher absolut grösstes Näh-Unglück war. Aber egal, auch ein zweites Mal genäht hat das Mieder gepasst wie angegossen, der Schnitt ist wirklich zu empfehlen! Das Kleid ist so bequem und sitzt gut, ich überlege mir bereits, das Kleid (wieder mit Einsatz am Brustteil) auch für den Alltag mal zu nähen. Ich habe trotzdem einige Änderungen gemacht (siehe unten) und dabei leider auch einen unüberlegten Fehler: das abgerundete Mieder hat unten nicht mehr zum Rockteil gepasst, für das eigentlich ein "zugespitztes" Mieder gedacht gewesen wäre. Das Kleid ist ein wenig schief, aber egal - meist ziehe ich ja darüber sowieso die Schürze an.

Verlängert habe ich das Oberteil, weil ich kein zu mädchenhaft tailliertes Kleid wollte und der Rockteil sowieso sehr viel Stoff beinhält und eigentlich für Flanell gedacht ist - Stoffe mit viel Stand würde ich dafür nicht empfehlen, sonst bauscht es zu sehr.

Die Schürze ist noch vom letzten Jahr, keine Ahnung ob ich sie nach einem Schnittmuster genäht habe oder nicht. Das Unterkleid ist ein altes Nachthemd meiner Grossmutter, das ich mit Seitennähten und Abnähern hinten enger genäht habe. Ich mag es sehr als Blusenersatz, weil alles was bauschig und puffärmelig ist, meine Schultern noch mehr betont.

Die Kniestrümpfe habe ich ebenfalls schon für letztes Jahr selbstgestrickt, das Muster ist Eleonora von Drops. Die Strümpfe sind schnell gestrickt, das Muster wiederholt sich stets und bleibt dennoch nicht allzu langweilig, so was mag ich sehr. Auch wenn ich im Alltag keine weissen Kniestrümpfe trage (das wäre mir dann doch zu sehr Heidi - bin ja selber ein "Bergenkind") überlege ich mir schon länger, die Strümpfe auch mal in einer anderen Farbe zu stricken, sie sind schön filigran und sitzen gut.






Sobald das Kleid aus der Wäsche ist, zeige ich es vielleicht noch einmal im Detail (vor allem die Stickere) und ohne Schürze!

Schnitt: Burda Style, September 2011, Schnitt 117
Grösse: 38
Stoff: Blaues Restleinen für die Schürze, Dirndl aus zwei verschiedenen blauen Leinenstoffen, ebenfalls eingefärbt
Änderungen:
- Rockteil gekürzt (weiss nicht, um  wieviel...)
- Das Miederteil nicht nach vorne zugespitzt genäht, sondern nach dem anderen Miederschnitt, der ebenfalls im Heft vorhanden ist.
- Das Oberteil um 2 cm verlängert in der Taille und oben den Ausschnitt verkleinert
- einen Einsatz eingenäht am Ausschnitt (und bestickt), damit das Kleid nicht so nach "Brust-raus-Dirndl" aussieht
- Seitennähte am Oberteil ca 1 und am Rockteil ca 3 cm beidseits enger genäht

Dienstag, 29. Juli 2014

Für den Herbst-HerrMann: Männermantel: fertig!!!

Der Post ist zwar vom Sommer, aber da ich den Schnitt wirklich toll fand und so ein Mantel ja sehr herbsttauglich ist, verlinke ich ihn doch beim Herbst HerrMann, wo Kleidungsstücke für den Mann gesammelt werden - finde ich toll, da ich ab und zu gerne für ihn nähe.

Gerade rechtzeitig ist der Mantel für den Mann fertig geworden!

So hat er sich den Mantel vorgestellt...
Und so sieht er aus!!


Ist hinten nicht so schief wies aussieht!!
Dahinter steckt wirklich viel Arbeit (und viel Liebe ;). Hier und hier habe ich schon mehr zur Entstehung geschrieben. Der Mann wünscht sich schon seit langem einen Kostümmantel aus Wollstoff und ich habe euphorisch und ahnungslos zugestimmt und vor bald drei Jahren haben wir auf dem Markt in Visby wunderbaren braunen Wollstoff und Leinen für das Futter gekauft. Der Stoff hat fröhlich vor sich hingelagert und erst dieses Frühjahr habe ich ihn angeschnitten. Vor allem, weil ich zu viel Respekt vor einem Mantel hatte und (wie ich sonst schon oft gemacht habe) nicht ohne Schnittmuster nähen wollte - und kein gutes gefunden hatte!

Der Schnitt ist von Burda und stellt ursprünglich den Mantel von Neo von Matrix dar. Ich finde das Schnittmuster wirklich klasse, der Mantel ist schlicht und wäre  - aus einem anderen Stoff - sogar alltagstauglich. Ausserdem mussten wir wirklich wenig anpassen.

Viel Arbeit hat die ganze Stickerei gegeben. Ich habe in textilen Angelegenheiten eine grosse Schwäche für Handarbeiten und nähe und sticke gerne von Hand. Kleine, feine Details liebe ich an Kleidern und insbesondere an Kostümen, die ich so gerne nähe, da ich mich dort noch viel mehr ausleben kann. Der Mantel hat wirklich SEHR viel Zeit gefressen an Handarbeit, ich habe letzte Woche so einige Disneyfilme dazu geschaut.

Der Halsausschnitt, die Ärmel, die Knopfleiste und der Saum sind mit Schlingstich umstickt (mit doppeltem Faden). Gestickt habe ich mit einer Sockenwolle - die übrigens bald alle ist!!! Die Nestellöcher an den Ärmeln habe ich schon bei vielen Kostümen gestickt, sie sind zwar absolut dysfunktional hier aber sehen gut aus! Die Kordel ist fingergehäkelt (hier sagt man "düntle" dazu...). Und das aufwändigste waren wohl die beiden handgestickten Borten! Dazu habe ich aus braunem Restleinen zwei Bänder genäht, der Mann hat ein Muster und andere Botschaften :) mit weissem Farbstift daraufgeschrieben und ich habe dann alles nachgestickt. Das ist eine super Arbeitsteilung, ich zeichne nämlich überhaupt nicht gerne Muster auf!


Den Saum und den Ärmelsaum habe ich ebenfalls unsichtbar (magiiic) von Hand genäht, gerade bei Wollstoffen sieht das viel schöner aus, wenn man keine Maschinennähte sieht. Das Futter ist an den Ärmeln und am Saum ebenfalls von Hand angenäht....


Hier auch noch ein Tragebild, mit einem anderen Mann darin! Dem stand der Mantel aber auch gut...

Alles in allem war es ein sehr sehr zeitaufwändiges, aber schönes Projekt. Der Mann hat viele gute Ideen und plant auch wacker mit und durfte immer wieder anprobieren und seinen Senf dazu geben, aber freut sich riesig. Und in solchen Fällen nähe ich sehr gerne für andere - wenn das Kleidungsstück wertgeschätzt, geliebt und vor allem getragen wird!


Schnitt: Burda 2388-V
Grösse: Mehrere Grössen kombiniert...muss ich mal noch nachschauen
Änderungen:
- der Schnitt wurde stark verkürzt (ca 40 cm), ich habe das Schnittmuster dafür einfach umgefaltet, falls wir doch mal einen langen Mantel brauchen...
- Den Kragen haben wir komplett wegggelassen, der hätte nicht zum Mantel gepasst
- Die Schulterpartie ist schmäler als normal, keine Ahnung ,was ich da alles herumgebastelt habe, die Ärmel oben dafür etwas weiter.
- Die Falte hinten habe ich ca 10 cm weiter nach unten verlegt, damit der Stoff nicht so stark absteht

Montag, 21. Juli 2014

Männermantel: Teil 2

Die Mantelnähgeschichte geht endlich in die zweite Runde, eigentlich habe ich im Frühling schon einige Stunden daran genäht und hatte heute endlich wieder richtig viel Zeit dafür. Hier geht es zum ersten Teil - falls es jemanden interessiert - und zum sexy Probemantel.

Der Probemantel sass wirklich gut! Also habe ich die ganzen siebenhundertausend Schnitteile brav ausgeschnitten und markiert, so gut das nun mal geht mit richtigem Wollstoff (also geht praktisch gar nicht). Dafür war das Futter aus Leinen schnell gemacht.

Und: der Mantel sitzt bis jetzt und der Kamelmann ist restlos begeistert und freut sich sehr sehr fest. Das motiviert mich.  Heute kamen dann endlich die Ärmel dran und die finde ich nach wie vor sehr schwierig und es war ein Gebastel, da ich im Ärmel/Schulterbereich zwei verschiedene Grössen ausgeschnitten habe. Und ich eh nicht gut im um-ärmeln bin. Der Saum unten und an den Ärmeln ist ebenfalls schon gesteckt, allzu viel gibt es nicht mehr zu tun, vor allem viel Handnähen und das mach ich ja gerne.

Sorry, sind schlechte Handyfotos bei schlechtem Licht!



Das Futter aus sehr schönem Leinen
Das geübte Auge mag erkannt haben, dass es sich bei der Puppe um eine Dame handelt - meine neue Freundin Gloria II! Gloria I war die Schneiderpuppe meiner Grossmutter, die sie mir geschenkt hatte, die aber mit Grösse 40 oder 42 viel zu gross war. Gloria II habe ich geschenkt gekriegt von einer Freundin, die sie nicht mehr braucht und freue mich soo darüber! (Als Dankeschön stricke ich ihr eine grüne Miette).


So schaut übrigens der Nähtisch aus, in halb aufgeräumtem Zustand (für meine Verhältnisse ist er SEHR ordentlich!)
Innenansicht des Mantels...

Von der Seite...
Da der Mantel ja Teil eines Kostüms wird, kommen noch bestickte Borten hinzu und umstickte Schnürungen an den Ärmeln und sofern ich es zeitlich noch schaffe, umsticke ich den Mantelsaum und die Knopfleiste, hier hat der Mann seine Vorstellungen gezeichnet:


Und jetzt sticke ich noch ein wenig weiter an der Borte mit Spiegelschrift (war nicht meine Idee!). Dabei schaue ich einen Film und der Kater will auch dabei sein. 


Samstag, 12. Juli 2014

Stoffwechsel: Finale!!!!

Hier ist nun auch mein Kleid - und ich liebe es!!!







Der Schnitt war ja von meiner Stoffschenkerin schon fertig abgepaust und hat nur vier Schnitteile, leider musste ich unerwartet noch einiges ändern und deshalb dauerte das Ganze etwas länger (und ich habe mir ein Reissverschlussfüsschen gekauft, endlich!). War wirklich schön, nach der langen Nähpause mal wieder die Nähmaschine in Betrieb zu bringen.

Ich hatte gar keinen passenden Futterstoff, aber dunkelblau geht immer. Der Stoffwechsel-Stoff gefällt mir nach wie vor unglaublich gut und liess sich auch schön verarbeiten. Ich habe es leider verpasst, das Muster schön in der Mitte des Oberteils anzuordnen beim Zuschnitt, deshalb sind die Stickereien nicht synchron.

Gestickt habe ich mit Rocailleperlen, bewusst nur ein paar "Akzente" gesetzt. Ich liebe solche kleine Details bei Kleidern und nähe/sticke sehr sehr gerne von Hand, zwei WM-Spiele lang gemütlich mit Perlen zu sticken war für mich nach all den Prüfungen wie der Himmel auf Erden. Ich muss das öfter machen, es sieht schon toll aus und ist eine sehr befriedigende Arbeit.



DANKE liebe Stoffschenkerin, das Kleid ist absolut perfekt für mich! Der Stoff ist ein Traum und gefällt allen, denen ich ihn bisher gezeigt habe auch sehr gut. Der Schnitt ist super, genau so etwas hat mir gefehlt. Und ich glaube du hast geahnt, was ich erst jetzt herausgefunden habe: dass es mir diesen Sommer an tollen Kleidern mangelt, wenn es endlich mal so oft schönes Wetter ist bzw. war. Die meisten Sommerkleider im Schrank sind unifarben (blaues Leinen, Khaki Leinen, weisse Baumwolle...) und deswegen leider auch sehr heikel. Das Stoffwechsel-Kleid ist unheimlich bequem und lässt sich übrigens auch super mit einem Pulli und Strümpfen kombinieren im Winter...

Den Originalschnitt hätte ich wohl selber nicht ausgewählt, weil ich eigentlich weiss, dass mir solche Kleider nicht stehen, auch wenn ich das gerne verdränge. Ich kann keine Kleider tragen, die nicht tailliert sind - weil ich breite Schultern, einen sichtbaren Hintern und einen langen schmalen Bauch habe. Deshalb passt mir oft auch Kaufkleidung nicht. Am Wochenende auf einem Markt habe ich ein tolles Kleid entdeckt, anprobiert, und es passte so gar nicht - was in der Taille sitzt, kriege ich nicht über die Schultern (you do acrobatics? hat die Verkäuferin gefragt. Dabei kann ich nicht mal das Rad schlagen...) So habe ich das Kleid zuerst 1,5 cm enger genäht, so sah es aus:





Also habe ich vorne und hinten Abnäher genäht und jetzt passt es. Ich verstehe übrigens nicht, warum man einen Reissverschluss einnähen soll - hätte ich das Kleid nicht abgeändert, hätte ich ohne Probleme reinschlüpfen können. Deshalb hat das ganze auch ein wenig länger gedauert...aber nun bin ich sehr sehr zufrieden! Und der Schulterausschnitt gefällt mir ganz besonders gut, genau danach habe ich ja gesucht. Ein frisches fröhliches Kleid mit einem sehr tollen Muster - danke! 

Ich habe einen sehr grossen Verdacht, wer mir so eine Freude gemacht haben könnte: Muriel von Nahtzugabe 5 cm. Warum? Ich vermute, dass meine Stoffschenkerin auf Twitter ist, weil ich nach einem Schnitt dieser Art gefragt habe. Kurz darauf hat Muriel geschrieben, dass sie einen tollen Schnitt gefunden hat für den Stoffwechsel. Und sie hat ein Foto gepostet, auf dem sie genau auf Folie mit grün und rotem Edding ein Schnittmuster zeigt, so sieht meines auch aus ;)

Ich habe übrigens noch keine Beiträge von den anderen Stoffwechseln gelesen und bin jetzt sehr sehr neugierig!  - HIER geht es zur Sammlung! Danke Frau Siebenhundertsachen, ich fand die ganze Aktion sehr schön, perfekt organisiert und sie hat mir in einer sehr arbeitsintensiven Zeit viele Ablenkungen beschert und grosse Freude bereitet. Die Stoffauswahl für meine Beschenkte fiel mir aber nicht ganz so leicht, ich fand es tatsächlich sehr schwierig und hatte leider keine guten Ideen für einen Schnitt - ich hoffe, dass ich mich diesbezüglich bessern kann, falls es ein nächstes Mal gibt :)

 Vielen Dank! Euch allen einen tollen Ferienanfang