Samstag, 19. Dezember 2015

Medusa-Kostüm und Bösewichteparty

Noch nicht gezeigt: das Medusakostüm von der Bösewichteparty an Halloween.

Schon lange wollte ich eine Bösewichteparty machen und dieses Jahr hat es endlich geklappt. Und war herrlich! 

Erst zum Medusakostüm:

Das Kleid ist ein Umhang aus dem Kostümfundus, etwas zurechtgemacht mit einigen Sicherheitsnadeln. Ich trage rote Linsen (war ein Kampf bis die drin waren, aber sieht so cool aus und ich hatte auch keine Probleme damit). 




Die Schlangenköpfe für Medusa, die es zu kaufen gibt, haben mich alle nicht überzeugt und auch eine Anleitung habe ich nirgends gefunden, deshalb habe ich es so gemacht:

Ein schwarzes Stück Stoff genommen und in ein Kopftuch umgenäht, das man hinten knoten kann (sieht man nicht)

Ca 20 grosse Gummischlangen angenäht. Und zwar anfangs nur um die Schlangen herum, dank der schuppigen Struktur hält das recht gut, danach aber durch den Gummi genäht, an den Rändern kann man dank Fingerhüten einigermassen durchstechen. Hält super! Anfangs habe ich markiert, wo die Schlangen in etwa hinkommen, dass das Ganze nicht völlig unsymmetrisch wird. Das Gewicht ist zwar relativ gross, aber weil es kein Hut ist sondern ein Kopftuch hält es super und ist einfach an - und auszuziehen. Die restlichen Schlangen habe ich einfach in den Gürtel gesteckt.

Es gibt natürlich keine Bilder von den anderen Kostümen, auch nicht von meiner ersten Verkleidung als Muammar al-Gaddafi (als angehende Geschichtslehrerin ist das eher suboptimal, hahaha). Aber die Leute waren alle so unglaublich kreativ! Klassische Bösewichte waren da (Darth Maul, Dr. Evil, Joffrey Baratheon, Gogo Yubari, die Twins von Matrix, Ursula von Arielle, Bellatrix Lestrange, 3 x Alex von A Clockwork Orange, Bonnie & Clyde, Cruella de Ville) aber auch kreative Eigenkreationen (Öko-Terroristin in grüner Burka mit Banane anstelle einer Pistole, Karius und Baktus, schleimiger weissgekleideter Sektenguru, Mephisto aka Billag-Eintreiber)

Die hochschwangere Schwägerin kam als Wolf, der die Grossmutter gefressen hat. Besonders beeindruckend Peter Popoff, amerikanischer Heiler und Fernsehprediger, der den ganzen Abend nur amerikanisches Englisch gesprochen hat, überall sein Heilwasser verteilt etc. Coyote aus den Looney Tunes kam in Inlineskates und hat nur durch Comic-Schilder kommuniziert. 

Na gut, Coyote kann ich zeigen, der ist so gut verpackt ;)
Unglaublich, wie sich alle ins Zeug gelegt haben und wieviel Spass das Ganze gemacht hat! 

Das Ganze lief unter dem Motto der geheimen Weltregierung, die den bösesten aller Bösen gesucht hat. Und in einem Spiel wurde der böseste erkoren...zuerst gab es ein Beleidigungsduell, in dem beispielsweise Cruella gegen Karius antrat und ähnliches. Die Gewinner mussten sich in einem Autorennen behaupten (mit dem pinken Bobbycar vom Neffen) und einem Lügenduell. 

Das Essen war übrigens auch passend zum Motto (leider gibt es keine Fotos davon), es gab beispielsweise:
Mumienfinger-Würstchen
Judasohren-Pilzschnitten
Rapunzelsalat
Sweeney-Todd`s Pie 
Cholerakuchen (Schweizer Spezialität)
Ma Dalton`s Kuchen mit eingebackener Feile
Apfelstrudel (Inglorious Basterds)


Zum Trinken:
Radjaidjah 
Wer aus mir trinkt wird ein Reh.....
True Blood
King Joffrey`s Wedding Wine
Tears of Lys



Und weil sowas einfach Spass macht, gab es eine riesige Lebkuchenhaus-Candybar. Aus altem Karton, mit braunem und rotem Papier überklebt und mit vielen Aufhängmöglichkeiten.







Sonntag, 13. Dezember 2015

Dunkelgrüne Miette für Freundin S.


Hallihallo!

Da habe ich doch schon länger nix mehr gepostet...Zeit, um mal wieder ein paar Dinge zu zeigen oder zu erzählen...


Die ganzen Working-Girl Sachen sind teilweise fast fertig, aber manchmal bin ich etwas nähfaul oder eher, mein Zimmer ist sehr chaotisch und ich finde die Nähmaschine nicht mehr. Oder; es läuft halt einfach sonst auch immer viel im Leben, was meist ein gutes Zeichen ist. Ich war in den letzten beiden Monaten selten online, habe meine ganzen Lieblingsblogs kaum gelesen - jetzt muss ich aber wieder mehr am PC arbeiten = bin hier wieder etwas aktiver ;)

Schon vor längerer Zeit begonnen und nun endlich fertig gestellt (ja, sowas kann ich auch, ab und zu): Die dunkelgrüne Miette für Freundin S., die mir übrigens die nette Schneiderpuppe im Bild geschenkt hat (Gloria II). Passt ja gerade, dass die beiden Geschenke vereint sind.

Miette von Andi Satterlund stricke ich einfach sehr gerne, die
erste blaue Miette habe ich ebenfalls S. geschenkt, weil sie mir an der Oberweite so um ein Vielfaches zu weit war - Frau Satterlund hat doch recht viel Holz vor der Hütte und ihre Muster sind dementsprechend auf ihre Figur angepasst, schade. S. passt die Jacke sehr gut, da bin ich froh.

Die schwarze Miette liegt aber brav in meinem Kleiderschrank, ist mir zwar für eine Jacke grenzwertig warm, aber sehr schön und sitzt perfekt!




Von der Wolle hatte ich hier ganz viel im Vorrat, gekauft vor x Jahren, als meine grosse Nichte noch gaanz klein war und ich ihr daraus einen Mantel stricken wollte. Und damals noch keine Maschenprobe machte, naja. Wieder aufgeribbelt und daraus eine Miette gestrickt, weil die Farbe wahnsinnig gut zur dunkelroten Haarfarbe und den grünen Augen von S. passt. Es musste einfach eine Jacke werden für sie!

Leider ist die Farbe hier sehr schlecht im Bild, das Grün ist viel wärmer und intensiver. Wirklich schön!



Hier entstehen noch die passenden Pulswärmer, mehr später dazu. Habe ja noch immer zu viel Wolle ;)

StrickmusterMiette von Andi Satterlund
NN: 4,5/5,5
Wolle: irgendeine alte, keine Ahnung!
Grösse; M
Änderungen:
- Ärmel verlängert
- Taille verlängert (ich glaube um zwei Musterrapporte) und dementsprechend mehr Knopflöcher und Knöpfe gebraucht.

Bis bald, habt einen schönen dritten (huuuch) Adventssonntag! Morgen habe ich frei und lade die Schwester ein, um im Tibits ausgiebig zu brunchen, mmmmhhh. Und werfe mich dann noch ins Weihnachtsgewühl, juaaa.

Freitag, 18. September 2015

Working-Girl Sew Along: Teil 2

Im zweiten Teil des Working Girl Sew Along geht es nun um die Frage, was genau ich nähen will - welche Schnitte und welche Stoffe verarbeitet werden sollen. Und wie ich die Zeit einteilen will (Zeit einteilen - was ist denn das?)  - vorerst gar nicht, da ich sehr unregelmässige, spontane Arbeitszeiten habe.

Die Schnitte werden bei mir eher von den Stoffen vorgegeben, weil ich vorerst keine neuen Stoffe kaufen möchte. Ohnehin habe ich gemerkt, dass mein Kleiderschrank gar nicht so schlecht mit schwarzen Kleidungsstücken gefüllt ist (dank einiger Brocki-Käufe in letzter Zeit), aber was ich an schwarzen Stoffen im Fundus habe, soll natürlich aufgebraucht werden - denn wann werde ich je so häufig wieder schwarz tragen wie jetzt?

Folgende Stoffe sind im Fundus:

Schwarzer Jersey (Menge?) v. Stoffmarkt in Weil am Rhein, letztes Jahr gekauft

Schwarze sehr dicke Baumwolle oder Leinen ,womöglich sogar eingefärbt, vom Kleidertauschfundus (war ein Mantel, wurde bereits in einem Kostüm für die Efter-Tjelvar-Show verwendet)

Ein schwarzer Jerseyrock, den ich vor etwa 5 Jahren genäht habe, fürs Flamencotanzen. Allerdings ist das Material zu schwer für einen so voluminösen Rock, er ist etwas zu lang und da mir nach einem halben Jahr das Gezicke all dieser Damen viel zu anstrengend wurde, habe ich schnell wieder mit dem Flamenco aufgehört. Der Rock wurde seither nicht wieder getragen und ich möchte ihn böswillig zerschneiden, da der Jersey ziemlich gute Qualität hat und ja noch praktisch neu ist.

Zudem habe ich einen Rock meiner Grosstante Paula, den ich gerne noch kürzer nähen möchte, da er ansonsten eine tolle Qualität hat und sehr bequem ist, also noch ein Upcycling-Projekt dazu.

Falls ich plötzlich unerwarteterweise mit allem rechtzeitig fertig werde, sind meine letzten Stoffwechsel-Kleidungsstücke noch immer im Rohzustand, d.h. der Rock ist erst zugeschnitten, beim Jackett ist nicht mal das Schnittmuster fertig ausgeschnitten. Und beide Kleidungsstücke wären für meinen Job-to-be sehr tauglich, weil der Rock genug lang sein sollte und das Jackett dazu gut passt.

Was will ich aus den Stoffen machen?

Ein Kleid aus dem Rock od. dem Jerseystoffstück. Und zwar habe ich hier alle meine bereits im Kleiderfundus herum"hängenden" schwarzen Kleider aufgeführt (minus ein sehr viel zu heisses asymmetrisches kurzes Minikleid)






Da sind also ein 60er-mässiges Minikleid, ein tolles für alle Anlässe passendes Wickelkleid, ein sportlich-lockeres Kleid, ein Pudelkleid *g*, ein sexy Kleid, ein schlichtes warmes Kleid  (ich seh grad, das muss ich mit Gürtel tragen) und ein Ärmelloses Jerseykleid. Als Ergänzung könnte ich mir vorstellen, ein Lady-Skater ähnliches bequemes Kleid zu nähen, das ich danach auch zu Haus gerne trage, also ein eher schlichter-mädchenhafter Schnitt oder ein aussergewöhnlicher Schnitt, der sich von den anderen Kleidern abhebt.

Folgende Schnitte könnten passen (Leider mit schlechten Fotos und ohne Schnittzeichnung, hatte Probleme mit d. Kameramodus und konnte keine kleinen Details aufnehmen):


Ein schlichtes Kleid mit sehr interessantem Schnitt






Ein Lady-Skater sehr ähnliches Kleid aus der aktuellen La Maison Victor (Leider wollte das Bild partout nicht drehen)

hier noch genauer die Schnittzeichnung
Wasserfall-Kleid aus einer Burda
tolles, eher körperbetontes Wasserfallkleid (auch irgendeine Burda)
Schlichtes Kleid mit tollem Schnitt aus der Burda Easy
Sehr sportlich-lockeres mädchenhaftes Kleid aus einer Ottobre

Ebenfalls soll ein bequemer Pulli entstehen, und da ich bereits ein paar sehr schlichte schwarze Basic-Longsleeves habe, darf der durchaus auch etwas aussergewöhnlicher sein.

Burda-Wasserfallshirt

Burda Wickelshirt
Knotenshirt (Burda).

Wasserfallshirt aus einer Burda
.
Bardot-Pulli v. einer älteren Burda
























Aus dem Baumwoll/Leinenstoff entstehen soll ein nicht einfarbiger schwarzer Rock, der bequem ist und auch schultauglich, wenn möglich. Und da ich grosser Folklore-Fan bin, den Rock schon ewig toll finde und er die nötige Portion Farbe bringen könnte ins schwarze Outfit: Dieser Rock!

Allerdings nach einem anderen Schnitt, etwas kürzer und weniger weit

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Jetzt bin ich aber gespannt, was alle anderen Working Girls so nähen und freue mich über Kommentare, Meinungen, Ideen!

Mittwoch, 9. September 2015

Später MeMadeMittwoch im Lace-Bolero

Eigentlich ist das kaum ein richtiges Kleidungsstück und eigentlich hatte ich nicht vor, das noch beim MMM zu zeigen. Aber: ich habe den Bolero schlicht und einfach vergessen und ignoriert. Als nicht alltagstauglich deklariert, keine Ahnung warum. Bereits gezeigt habe ich ihn hier, gestrickt als Obendrüber für ein extravagantes Hochzeitsgastkleid. Wer also bessere Fotos möchte als die gestrigen schnell hingeschluderten und nicht absichtlich so geheimnisvollen :) wird hier fündig. Die ganzen Detailinfos zum Strickmuster sind hier und hier zu finden.

Fotografiert schnellschnell an meinem Arbeitsort :), da ich noch überhaupt keine Bildprogramme auf dem neuen Laptop habe, völlig unzensiert...und unverschnippelt





Das ganze Outfit besteht aus Leggings, schwarzem Top m. Spitzenborte, Jerseykleid und Jäckchen....und Schuhen, versteht sich. Dahinter erkennbar meine sorgfältig gepackte Tasche


Da ich momentan immer schwarz angezogen sein muss (take the black, kommt mir da immer in den Sinn) bin ich froh um alle möglichen schwarzen Kleidungsstücke und der Bolero ist mir plötzlich in den Sinn gekommen und ich habe ihn aus dem Kleiderschrank hervorgekramt. Getragen über einem ärmellosen bequemen Jerseykleid gibt der Bolero wunderbar warm bei den kühlen Morgentemperaturen, tagsüber konnte ich sogar darauf verzichten, so sommerlich warm war es.

Fazit: Warum bloss habe ich ihn nie getragen? Ich mag eigentlich Boleros gar nicht, aber schwarz auf schwarz sieht er fast aus wie ein Teil des Kleides, ist ein wenig schick und sehr bequem.

Übrigens hat mich auf dem Heimweg im Zug eine ältere Frau angesprochen - sie hätte mich schon auf dem Perron gesehen und ihr habe mein Jäckchen so gefallen. Sie war richtiggehend fasziniert davon - und hat dem eher ignorierten Kleidungsstück gleich eine neue Bedeutung gegeben.

Und morgen freue ich mich, den MeMadeMittwoch zu durchstöbern und mal wieder  viel zu viel Inspiration zu kriegen :))

Sonntag, 6. September 2015

Working-Girl Sew-Along Teil 1: Individuelle Ziele

Mama macht Sachen organisiert einen Working-Girl-Sew-Along, in dem wir uns Gedanken machen über unseren Kleidungsstil bei der Arbeit und hoffentlich auch das eine oder andere Kleidungsstück in die Tat umsetzen. 

Mein beruflcher Alltag ist bis Ende November fix, dann bis im nächsten Mai so halb fix und der Rest ist noch unklar. Aber klar ist, was für Kleider ich ungefähr brauche..

Im ersten Teil erstmals geht es in die Planungsphase und um folgende Fragen:

Welche Kleidungsstücke braucht Ihr für euren beruflichen Alltag? 
Bis Ende November brauche ich eher schicke, wenn möglich bequeme schwarze Kleidung. Und gleichzeitig Lehrer-taugliche Kleidung, das heisst nicht zu kurze Röcke und Kleider, nicht zu weit ausgeschnittene Oberteile. Ich mag es auch lieber etwas schick und ausgefallen als eine legere "Lehreruniform" aus Hose, Oberteil und Tuch um den Hals ;)

Gibt es praktische Beschränkungen, die ihr bedenken müsst?
Bis Ende November: ich bin absolut den ganzen Tag auf den Füssen, hohe Schuhe sind leider suboptimal. D.h. enge Bleistiftröcke und dergleichen passen eher nicht, ausserdem habe ich schon einen. Zudem soll es im Gebäude im Winter ziemlich kalt werden.

Gibt es Kleidervorschriften, die ihr zu beherzigen habt?
Ja, wie oben erwähnt: im Museum muss ich immer schwarz tragen was schon anstrengend ist, wenn ich teilweise an 6 Wochentagen dort bin. So ganz streng sind sie nicht, aber besonders das Oberteil sollte schon schwarz sein. Ich habe im Brockenhaus bereits einige schwarzen Kleidungsstücke gekauft, von denen ich einige wahrscheinlich am nächsten Kleidertausch wieder verschenke. Darunter auch ein Kleid, oben dicker Jersey und schwarz, unten hellgrauer leichter Satinstoff mit schwarzen Pudeln - grosse Liebe!

Als Lehrerin wiederum sollte ich nicht allzu aufreizend angezogen sein, was für mich - wenn ich ehrlich bin - ein kleines Problem darstellt. Ich trage sehr gerne kurze Röcke, sie stehen mir auch am besten und manchmal auch sehr gerne enge Röcke. Ich muss wohl oder übel ein paar längere Röcke nähen, die im Berufsalltag passen. Übrigens habe ich im Sommer auch gemerkt, dass ich sehr wenige Vorstellungsgespräch-taugliche Kleidung habe...

Welche Wirkung möchtet ihr mit euren Kleidungsstücken erzielen? Auf andere? Und auf euch?
In erster Linie will ich mich nicht verkleiden, sondern wohlfühlen. Das heisst einerseits, ich trage keine biederen, zu braven oder strengen Sachen. Keinen grauen Hosenanzug oder langen Faltenrock. Andererseits fühle ich mich oft in zu wenig schicker Kleidung auch nicht wohl, kommt sehr auf die Laune an. D.h. ich will mich selber sein, aber auch gerne ein wenig herausgeputzt und hatte immer einen Hang zum Aussergewöhnlichen.

Wo hakt es zur Zeit?
Schwarze Kleidung, da habe ich auf jeden Fall Bedarf an mehr. Am besten Kleidungsstücke, die ich auch später noch gut anziehen kann. Geplant habe ich da schon einiges :) Und eben gute Röcke f. den Schulalltag, auch da ist einiges geplant. Vor allem aber will ich vorerst keine neuen Stoffe kaufen! Obwohl ich ein wenig von einem schwarzen Coat Dress träume

Sooo, danke für die Anregung und die Organisation, Alex. Ich finde dieses kopfstarke Nähüberlegen ab und an sehr sinnvoll, gerade weil wir doch alle gern dazu tendieren, schöne und aussergewöhnliche Kleidung zu nähen, die im Berufsalltag oft untergeht. Ich bin gespannt, ob ich diesmal ausnahmsweise einen Sew Along durchhalte :)

Mittwoch, 2. September 2015

Regency-Ballkleid: Teil 3 oder: schön wars!






Das Ballkleid war für einmal eines der richtig positiven Näherlebnisse. Wie schon in Teil 1 und Teil 2 erwähnt, wusste ich genau, dass das Schnittmuster wahrscheinlich überhaupt nicht passt, hatte kaum Zeit und brauchte Stoff aus dem Lager auf - also nicht viel Verlust, falls was schief geht.

Klar habe ich das Kleid noch im Zug unterwegs an den Ball ganz fertig genäht, aber es hat gereicht (die sichtbaren Säume mache ich auch bei Alltagskleidern gerne von Hand). Und am Freitagabend hatte ich ebenfalls eine längere Nähschicht. In solchen Momenten denke ich bei frühmorgendlichem Zugnähen nach 3,5 h Schlaf einfach nur: NICHT ansprechen, NEIN im Zug nähen ist nicht ungewöhnlich, NEIN einen golden glitzernden Sari führe ich jeden Tag spazieren...

Das Kleid ist aber mein liebstes Regency/Empirekleid bisher, ich bin so zufrieden damit und es hat sich super gehalten. Ich kann also bald mal wieder an einen Ball. Der Schnitt gefällt mir, der Stoff ist zwar sehr heikel, dafür aber wunderbar leicht. Und ich mag die Farbkombination sehr gerne, besonders zusammen mit altem Schmuck aus Indien von meiner Grossmutter, den ich sonst noch nie getragen habe.

Der Ball war übrigens auch sehr schön, die Location war einfach klasse, halt mit richtigem Ballsaal und vor allem war ich mit den tollen Leuten vom Verein dort und wir haben sowieso immer unglaublich viel Spass miteinander. In der Reenactment-Szene (zu der ich mich nicht dazuzähle, ich sage bewusst "verkleiden", nicht "gewanden" ;)) gibt es ja immer Leute, die solche Events furchtbar ernst nehmen. Im nachmittäglichen Tanzkurs zu lachen, wenn man viele Fehler macht, wird da nicht goutiert und mit schmallippigem süffisantem Gesichtsverziehen und Augenverdrehen kommentiert. Das ist immer schade, abends konnte ich aber doch so mehr oder weniger tanzen und habe es genossen (und halt gelacht, bei meiner chinesisch-orthodoxen Variante der Tänze, HA). Oder wir sassen zu viert zweimal in einem sehr gemütlichen Biergarten und haben Cocktails geschlürft, in den Ballkleidern. Auch schön. Auch das vorherige Frisieren mit zwei anderen Mädels, das Anziehen, Paratmachen, Vorfreuen....war das schön! Ein bisschen Aschenbrödel-Kleinmädchentraum.






Das ist zwar kein Alltagskleid, ich zeige es aber dennoch im ersten MeMadeMittwoch nach der Sommerpause und freue mich schon darauf, endlich wieder Alltagskleidung nähen zu können.








Schnitt: bestellt b. Nehelenia Patterns, "country wives, half gown with strap skirt und long gown, ca. 1800", Grösse S
Stoff: Sari (mehr weiss ich nicht. Aber knapp gereicht hat es)
Änderungen:
- Das SM ist viel viel zu gross, d.h. ich habe eine Menge enger genäht. Ich hatte dasselbe Problem schon beim letzten Kleid dieser Anbieter und leider gibt es keine Grösse XS. Enger genäht habe ich z.B. fast alle Nähte d. Oberteils (1 cm enger), die gekreuzten Frontteile und auch das Futter um einige cm gekürzt, die Rockteile auf beiden Seiten stark gekürzt und enger genäht (und zwar teilweise 4,5 cm...finde ich schon recht massiv viel). Ebenfalls die Ärmel viel enger genäht, was immer tricky ist...
- die Ärmel habe ich mit einer "Borte" des Saumes leicht verlängert, weil sie nach dem Engernähen so schief und kurz waren.
- das Ärmelfutter ist mit dem Sarioberstoff zusammen vernäht (ebenfalls beim Oberteil), damit die Ärmel etwas besser halten - der Oberstoff alleine wäre zu schnell gerissen.
- von den gekreuzten Vorderteilen viel viel abgeschnitten auch beim Ausschnitt - und der stand so grandios ab, dass ich von Hand vor dem Ball noch zwei Abnäher auf jeder Seite nähen musste.
- den Saum mit einem Schrägband vernäht aka ein Stück v. der Webkante des Saris. Hält super und kompensiert die ansonsten knappe Länge